An(ge)dacht | Ev.-Luth. Kirchgemeinde Pirna

An(ge)dacht

Liebe Besucher unserer Internetseite,

endlich ist Sommer. Laue Abende, Ausfüge, kleine und größere Reisen – all das gehört in diese Wochen. Viel mehr Zeit als sonst können wir draußen verbringen.

Himmel, Erde, Luft und Meer
zeugen von des Schöpfers Ehr;
meine Seele, singe du,
bring auch jetzt dein Lob herzu.

So beginnt ein Sommerlied aus unserem Gesangbuch. Der Text dieses Liedes wurde 1680 von Joachim Neander gedichtet. 11 Jahre später bekam das Gedicht auch eine Melodie.
Wir wissen gar nicht so viel von Joachim Neander. 1650 wurde er in Bremen geboren. Der dreißigjährige Krieg hatte überall im Land und bei den Menschen seine grausamen Spuren hinterlassen. Zerstörung und Seuchen belastetetn das Leben. Auch Joachim Neanders Eltern sterben früh.
Die Menschen suchten nach Orientierung und Halt – auch in ihrem Glauben. Joachim Neander, selbst ein Suchender, begann mit dem Teologiestudium, konnte es aber aus fnanziellen Gründen nicht beenden. Als Hauslehrer verdiente er sich seinen Lebensunterhalt. Später arbeitete er als Prediger, begründete eine kleine Hausgemeinde, wird des Amtes enthoben, stirbt mit 30 Jahren in Bremen.
Joachim Neander führte ein schweres Leben. Das ist schon verwunderlich, dass aus seiner Feder ausschließlich Lob- und Danklieder überliefert sind.

Sein Sommerlied ist ein solches Lob- und Danklied. Joachim Neander hält fest, was er glaubt: Himmel, Erde, Luf und Meer sind Gottes gute Schöpfung, ich will darum dem Schöpfer ein Loblied singen. Trotz oder vielleicht gerade wegen der Not, die sein Leben und die Menschen um ihn erfahren, ist und bleibt er Zeuge des Schöpfergottes.
In diesen Sommertagen, die auch nicht ohne Not und Schmerz sind, die das Kriegsgeschrei an vielen Orten unserer Welt wieder laut werden lassen, lenkt der Text Neanders auch unseren Blick auf die Schönheit der Schöpfung und vor allem auf den Schöpfer.

Seht das große Sonnenlicht,
wie es durch die Wolken bricht;
auch der Mond, der Sterne Pracht
jauchzen Gott bei stiller Nacht.

Seht, wie Gott der Erde Ball
hat gezieret überall.
Wälder, Felder, jedes Tier
zeigen Gottes Finger hier.

Ich wünsche Ihnen und Euch für diesen Sommer ofene Augen für die Schönheit der Schöpfung: zu Hause oder im Urlaub, mit der ganzen Familie, Freunden oder allein.
Ich wünsche Ihnen und Euch die Bitte Joachim Neanders ins Herz:

Ach mein Gott, wie wunderbar
stellst du dich der Seele dar!
Drücke stets in meinen Sinn,
was du bist und was ich bin.

Ihr Superintendentin Uta Krusche-Räder

Monatspruch Juli

Säet Gerechtigkeit
und erntet nach dem Maße der Liebe!
Pflüget ein Neues,
solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen,
bis er kommt
und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!

Hosea 10,12

Regenbogen über Kloster Neuzelle