An(ge)dacht

Liebe Gemeinde,

was bedeutet der Monat Dezember für Sie? Welchen Klang hat dieses Wort »Dezember«? Welchen Geschmack haben die Silben, wenn Sie sie aussprechen? Schmeckt da tatsächlich etwas nach Glühwein? Oder Spekulatius? Meine Kindheit erinnert sich an Stollen, der im Dezember im ganzen Haus duftete.

Oder ist Dezember für Sie gleichbedeutend mit Advent? Vorweihnachtszeit, wie es heute oft heißt? Könnte es auch Stress sein? Oder Freude? Oder Sorge um die zunehmenden Pfunde und die schwindenden Gelder? Bedeutet Dezember Geschenkchaos unterm Baum, oder ohne Baum, oder ohne Geschenke, aber mit Chaos – und wenn es das Chaos in der Stadt ist?

Ganz unterschiedlich sind wir unterwegs durch diese Zeit, geprägt durch unsere Mentalität, Geschichte und Erfahrung. Chaotisch der eine, mit Geschenkpaketen beladen die andere. Der dritte hat schon im Oktober einen Plan gemacht, für diesen Dezember. Die vierte ist immer voller Stress, weil der Druck zum Jahresende im Büro so groß ist. Die andere ist voller Freude, weil endlich wieder einmal alle da sein werden. Und die Kinder sind voller Ungeduld, weil sie sich so gerne überraschen lassen.

Wir auch? Sind wir voller Ungeduld und Freude auf den Besuch, der zu uns kommt? Auf das Kind, auf das Licht aus der Höhe? Ja, es kommt Besuch! Alle Jahre wieder im Dezember.

Er selbst, Gottes Sohn wird kommen, um zu bleiben und wir sind vom Licht aus der Höhe beleuchtet. Alle Jahre wieder. Gott sei Dank!

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit
wünscht Ihnen Ihr Pfarrer Andreas Günzel

Monatspruch Dezember

Durch die herzliche Barmherzigkeit
unseres Gottes
wird uns besuchen
das aufgehende Licht aus der Höhe,
damit es erscheine denen,
die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes,
und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. 

Lukas 1,78-79

Kerze im Fenster